Mehr Übergriffe auf Gemeindebedienstete

Immer mehr Gemeindedienstete berichten über Gewalt am Arbeitsplatz. Besonders betroffen sind Krankenhäuser und Sozialämter. Die Gewerkschaft fordert einen Ausbau der bestehenden Maßnahmen - wie Securitys und Kameras.

Hundert Mal musste die Polizei im Vorjahr im Wilheminenspital Streit schlichten. Wegen der langen Wartezeiten liegen bei manchen Patienten und Angehörigen die Nerven blank, erläutert Personalvertreter Heinrich Schneider.

Würgen, Treten, Bespucken

„Bei der verbalen Gewalt dem Personal gegenüber sind es sexistische und rassistische Beschimpfungen. Bei der körperlichen Gewalt sind es Übergriffe wie Würgen, Treten, Bespucken bis hin zum Kratzen.“ Durch die „Verrohung der Gesellschaft“ hätten die Übergriffe noch zugenommen, so Schneider. „Es gibt wenig Verständnis von Angehörigen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen für Wartezeiten, auch, weil sie andere möglicherweise bevorzugt sehen.“

Wilhelminenspital

ORF.at/Dominique Hammer

Kameras und Alarmknöpfe

Susanne Jonak, die Vorsitzende der Personalvertretung und Gewerkschaft im Krankenanstaltenverbund (KAV), verweist gegenüber Radio Wien auf Deeskalationsschulungen, aber auch Securitys und Videokameras zur Abschreckung und Dokumentation. Sie vermutet, dass besonders Angehörige eher durch lange Wartezeiten beeinflusst werden und sie daher zu verbalen Angriffen neigen.

Sie untermauert das damit, dass die Angriffe häufig in Notaufnahmen stattfinden. Auch in den Ämtern werden Maßnahmen gesetzt: So werden fix montierte Tische als Barrieren aufgestellt. Es gibt verglaste Rezeptionen und Alarmknöpfe.

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