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ÖGB: Kaum Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern

Angesichts der schwierigen Budgetsituation drängt der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) einmal mehr auf die Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern. Die Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern seien so niedrig wie nie, argumentierte der ÖGB heute unter Berufung auf OECD-Daten.

2024 machten vermögensbezogene Steuern nur 0,98 Prozent der gesamten Einnahmen aus Steuern und Abgaben aus. Innerhalb der OECD-Staaten liegt Österreich damit auf dem viertletzten Platz. Im OECD-Schnitt beträgt der Anteil der Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern an den gesamten eingenommenen Steuern und Abgaben 4,9 Prozent.

In Österreich sei man bereits in den 1990er Jahren vor Abschaffung der Vermögenssteuer und der Erbschaftssteuer bei nur 2,72 Prozent gelegen, seitdem sei der Anteil weiter gesunken auf nun unter ein Prozent. Diese stammen hauptsächlich aus Grund- und Grunderwebssteuer.

ÖGB rechnet mit acht Milliarden Euro Mehreinnahmen

Eine Erhöhung der vermögensbezogenen Steuern auf den OECD-Durchschnitt würde laut ÖGB rund acht Milliarden Euro an Mehreinnahmen bringen. Das entspreche auch in etwa dem, was der Fiskalrat als zusätzlichen Sparbedarf bis 2028 prognostiziert.

Lukrieren will die Gewerkschaft das über eine Vermögenssteuer und eine Erbschaftssteuer. Beides zusammen würde zwischen 8,3 und 9,2 Mrd. Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen bringen. Nicht Teil der Forderungen ist dagegen eine Erhöhung der ebenfalls vermögensbezogenen Grundsteuer.

Diese treffe tendenziell die breite Masse, denn sie könne auch an Mieterinnen und Mieter als Teil der Betriebskosten weiterverrechnet werden, wird argumentiert.

Kritik von IV und WKO

Scharfe Kritik an dem Vorstoß kam von der Industriellenvereinigung IV. „Wer in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nach neuen Vermögens- und Erbschaftssteuern ruft, betreibt keine verantwortungsvolle Politik, sondern ideologischen Klassenkampf auf dem Rücken des heimischen Mittelstands“, hieß es in einer Aussendung.

Österreich habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem, meinte auch Wirtschaftskammer-Generalsekretär Jochen Danninger, der die Debatte über Vermögenssteuern „alt, ideologisch aufgeladen und realitätsfern“ nannte.

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Fiskalrat fordert weitere Konsolidierung

Der Fiskalrat drängt auf weitere große Konsolidierungsschritte. Das von der Regierung angestrebte Ziel, das Budgetdefizit bis 2028 unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken, wird laut dem heute präsentierten Jahresbericht des Fiskalrats deutlich verfehlt, sollten nicht zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen werden.

Bis 2026 sieht der Fiskalrat die Budgetziele der Regierung auf Kurs, ab 2027 sind seine Prognosen aber deutlich schlechter als jene des Finanzministeriums.

Für das laufende Jahr geht der Fiskalrat trotz schlechterer Budgetzahlen der Bundesländer weiterhin von einem Budgetdefizit von 4,4 Prozent des BIP aus. Auch für 2026 liegt die Prognose mit 4,1 Prozent des BIP sogar leicht unterhalb der geplanten Werte der Bundesregierung (4,2).

Für die Zeit danach trübt sich das Bild aber deutlich ein: Das von der Regierung geplante mittelfristige Konsolidierungsvolumen sei zu einem großen Teil noch nicht durch konkrete Maßnahmen unterlegt „und würde selbst bei voller Umsetzung nicht ausreichen, um die Budgetdefizite unter die Dreiprozentobergrenze zu senken“, meint der Fiskalrat.

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Warnung vor autoritären Tendenzen

Die Österreichische Liga für Menschenrechte hat am Internationalen Tag der Menschenrechte davor gewarnt, „dass das Vertrauen in die politisch Verantwortlichen auf einem Tiefpunkt ist“. Dekonstruktive, autoritäre Kräfte würden ihre Chance wittern – in Österreich und weltweit, sagte Barbara Helige, Präsidentin der Organisation, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Kritik gab es auch an Mängeln beim Klimaschutz und bei der Kinderpsychiatrie in Österreich.

„Wir leben in einer Zeit weltweiter Krisen, die sich unmittelbar auch auf das Leben der Menschen in Österreich auswirken“, betonte Helige bei der Vorstellung des Menschenrechtsbefunds 2025 in Wien. Die Stimmung sei schlecht, und die Aussichten seien trüb. „Wir brauchen von den politisch Verantwortlichen eine wirklich offene und authentische Kommunikation, auch in schwierigen Zeiten, als eine wichtige Voraussetzung für die Wiederherstellung des Vertrauens.“

Es gebe nicht nur „Attacken“ auf Regierungsparteien oder einzelne Personen, sondern auf „ganz wichtige Institutionen, die den Kern unserer Demokratie und des demokratischen Rechtsstaats bilden“, verwies Helige auf den ORF, der gemeinsam mit anderen seriösen Medien eine Kontrollinstanz als vierte Gewalt im Staat sei. Das Kommando hätten mittlerweile soziale Netzwerke übernommen.

Angriffe auf Gerichte

Es gebe auch zunehmend Versuche, die Gerichtsbarkeit als dritte Staatsgewalt zu delegitimieren, sowie Kampagnen gegen einzelne Urteile, was dazu geführt habe, „dass in dieser aufgeheizten Atmosphäre Richter Morddrohungen erhalten“. Hier würden wiederum Social Media und Boulevardmedien eine Rolle spielen, so die frühere Präsidentin der Richtervereinigung.

Ebenso werde verstärkt versucht, die Zivilgesellschaft und „deren Speerspitze, die NGOs, zu diskreditieren“, warnte Helige. „All das soll suggerieren, dass es einen Systemwechsel braucht“ und dass es eine starke Persönlichkeit brauche, die alle Missstände „mit einem Handstreich beseitigt“, sagte sie.

„Es gibt wirklich viel zu tun, um diesen gar nicht so schleichenden Versuchen des Demokratieabbaus, des Abbaus des Rechtsstaats, entgegenzutreten.“ Helige forderte die baldige Installierung einer unabhängigen Bundesstaatsanwaltschaft und eine Medienförderung, „die jene Medien stützt, die ganz einfach ihre Kontrollaufgabe qualitätsvoll und seriös wahrnehmen“.

Warnung vor laissez-fairer Klimapolitik

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat heuer am 23. Juni anerkannt und festgehalten, „dass ein intakter Planet ein Menschenrecht ist“, betonte der Ökologe Franz Essl bei der Pressekonferenz. Das weltweite 1,5-Grad-Ziel der UNO-Klimakonferenz in Paris sei nach zehn Jahren bereits verfehlt worden, erklärte der Wissenschaftler. Wenn die Staaten und Institutionen in der Klimapolitik versagen, „dann untergräbt es das Vertrauen der Bevölkerung in die politische Lösungsfähigkeit“, warnte Essl.

Ein Drittel der notwendigen Budgeteinsparungen in Österreich betreffe den Bereich des Klimaschutzes. Gleichzeitig soll die Lobauautobahn für 2,7 Milliarden Euro gebaut werden, sagte Essl. Eine laissez-faire Klimapolitik und „das akkordierte Zurückrudern als sportlicher Wettbewerb in der Klimapolitik in Europa und Österreich gehen Hand in Hand“, verwies er auf jüngste Aufweichungen von Klimazielen.

Mehr Psychiatrieangebote für Kinder gefordert

Die UNO-Kinderrechtskonvention schreibt unter anderem „das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit“ für Kinder vor, erklärte Sebastian Öhner, Vorstandsmitglied der Liga für Menschenrechte. Dennoch seien in der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in Österreich gravierende Mängel festgestellt worden. Das könne zu noch größeren Schwierigkeiten im Erwachsenenalter führen, warnte er. Es sei zwar reagiert worden, brauche aber noch mehr tagesklinische Angebote und Behandlungsangebote zu Hause.

In der Diskussion über Altersbeschränkungen in sozialen Netzwerken plädierte Öhner auf Nachfrage dafür, unterschiedliche Faktoren wie Schutzrechte einerseits und Informationsrechte andererseits abzuwägen. Er „glaube schon, dass es eine Regulierung braucht, die mit jungen Menschen bestenfalls gemeinsam gestaltet wird“.

Türk: Menschenrechte weltweit unter Beschuss

Angesichts der Weltlage zeigt sich auch der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, am Internationalen Tag für Menschenrechte tief besorgt. Die Menschenrechte würden weltweit untergraben und seien unter Beschuss, sagte Türk in Genf. Die Finanzierung seines Büros sei deutlich gesunken. Er sieht aber Hoffnung: In unzähligen Ländern gingen junge Menschen auf die Straßen und starteten Kampagnen in sozialen Netzwerken, um Korruption und Unterdrückung anzuprangern und Meinungsfreiheit zu fordern.

Türk appellierte an Regierungen, ihre Anliegen aufzunehmen: „Ich fordere die Regierungen weltweit auf, die Energie dieser sozialen Bewegungen für umfassendere Reformen zu nutzen, anstatt sie vorschnell zu unterdrücken oder als extremistische Bedrohung für die nationale Sicherheit zu brandmarken“, sagte Türk. Zudem prangerte er Razzien wie unter anderem in den USA gegen Einwanderer und Flüchtlinge an.

„Wir erleben gewaltsame Zurückweisungen, großangelegte Razzien, Verhaftungen und Rückführungen ohne ordentliches Verfahren, die Kriminalisierung von Migranten und Flüchtlingen sowie derjenigen, die sie unterstützen, und die Auslagerung von Verantwortlichkeiten, die nach internationalem Recht bestehen“, sagte Türk. Er nannte in diesem Zusammenhang kein Land beim Namen. Er verlangte, „der Dämonisierung von Migranten und Migrantinnen sowie Flüchtlingen etwas entgegenzusetzen“.

 

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FSG-younion ad Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung – Gemeinsam inklusiv: Wir machen uns für barrierefreie Arbeitsplätze stark

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung bekräftigt die FSG-younion ihr klares Bekenntnis zu einer inklusiven, barrierefreien und solidarischen Arbeitswelt.

Seit Inkrafttreten des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) in Österreich am 28. Oktober 2008 wird ein deutliches Zeichen gesetzt – ein Zeichen für gleichen Zugang, gleiche Rechte und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen. Die FSG-younion steht entschlossen dafür ein, diese Prinzipien im öffentlichen Dienst, in der kommunalen Daseinsvorsorge und darüber hinaus aktiv zu verwirklichen.

„Ein barrierefreier Arbeitsplatz ist kein Nice-to-have, sondern ein Grundrecht. Inklusion ist ein sozialdemokratischer Kernwert – und wir als sozialdemokratische Fraktion in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft stehen dafür, dass jedes Mitglied ihr:sein Potenzial frei entfalten kann. Wir kämpfen dafür, dass niemand aufgrund einer Behinderung ausgeschlossen oder zurückgelassen wird“, betont Vorsitzender der FSG-younion Christian Meidlinger.

Als starke Fraktion innerhalb der Daseinsgewerkschaft setzt sich die FSG-younion dafür ein, dass die öffentliche Hand als Arbeitgeberin eine Vorreiterrolle einnimmt. Der öffentliche Dienst schafft Lebensqualität, hält Österreich am Laufen und trägt entscheidend zum sozialen Zusammenhalt bei. Barrierefreiheit und Inklusion sind dafür unverzichtbare Voraussetzungen.

„Sozialdemokratische Gewerkschaftspolitik heißt, Chancen zu öffnen. Unsere Mitglieder leisten tagtäglich einen entscheidenden Beitrag für das Gemeinwohl Österreichs – und wir stehen fest an ihrer Seite. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist unser Auftrag, damit Arbeitsplätze sicher, gerecht und inklusiv sind“, unterstreicht Bundesgeschäftsführer der FSG-younion Erich Kniezanreck.

Die FSG-younion erinnert daran, dass hochwertige öffentliche Dienste und darüber hinaus nur dann stark bleiben, wenn sie für alle zugänglich sind – auch und gerade für Menschen mit Behinderung. Der Ausbau der Daseinsvorsorge, faire Arbeitsbedingungen und eine inklusive Beschäftigungspolitik sind zentrale Grundlagen dafür.

Gemeinsam. Inklusiv. Stark. – So schaffen wir eine Arbeitswelt, in der alle ihr Potenzial entfalten können.

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Wiener Equal Pay Day beweist: Feministische Politik wirkt

„Von gleicher Bezahlung für Frauen und Männer sind wir in Österreich immer noch weit entfernt, aber die Zahlen in Wien beweisen ganz klar: Feministische Politik macht den Unterschied“, sagt Erich Kniezanrek, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) in der AK Wien.

Der Wiener Equal Pay Day fällt heuer auf den 22. November – bundesweit war dieser Tag bereits am 2. November. Die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern liegt bundesweit bei 18,3 Prozent im Schnitt pro Stunde, in Wien bei elf Prozent. Kniezanrek: „Das ist das Ergebnis sozialdemokratischer, feministischer Politik. Wir haben in unserer Stadt ein gutes Angebot an ganztägigen Bildungseinrichtungen schon für die kleinsten Kinder, und wir haben ein breites Angebot Pflegeeinrichtungen. Das sind wesentliche Rahmenbedingungen, um vor allem Frauen Vollzeitarbeit zu ermöglichen.“

„Unser Ziel ist, dass der Equal Pay Day in naher Zukunft jedes Jahr erst am 31. Dezember stattfindet, dafür setzen wir uns mit ganzer Kraft ein“, so Kniezanrek. „Die Politik trägt ihren Teil dazu bei, sowohl in Wien als auch im Bund. Die Lohntransparenzrichtlinie der EU ist ein taugliches Instrument, um Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen – und damit kann man diese Ungerechtigkeiten konsequent beseitigen.“ Aber auch die Betriebe seien gefragt, wenn es um Einkommensgerechtigkeit gehe. „Es darf nicht sein, dass Frauen niedrigere Einkommen haben, nur weil sie Frauen sind. Es darf nicht sein, dass Frauen nur Teilzeitjobs bekommen und dann permanent Mehrarbeit leisten, die dann nicht in Geld, sondern in Zeit abgegolten werden. Beides ist aber leider immer noch oft der Fall, wie wir aus den Beratungen in den Gewerkschaften und in der Arbeiterkammer wissen.“

Eine weitere, wesentliche Hürde auf dem Weg zu Einkommensgerechtigkeit sei die ungleiche Aufteilung unbezahlter Care-Arbeit, etwa Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, so Kniezanrek: „Das sind gesellschaftlich immens wichtige Aufgaben, öffentliche Angebote in diesen Bereichen müssen budgetär abgesichert sein und in allen Bundesländern ausreichend zur Verfügung stehen.“

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Erinnern heißt handeln: Sozialdemokratische Werte als Fundament einer starken Demokratie

Heute, am 10. November, jährt sich das dunkelste Kapitel europäischer Geschichte: die Novemberpogrome von 1938. In jener Nacht vom 9. auf den 10. November wurden auch in Österreich tausende jüdische Mitbürger:innen Opfer von Hass, Gewalt und systematischer Vernichtung. Synagogen, Wohnungen und Geschäfte brannten, Menschen wurden misshandelt, verschleppt und ermordet – nur weil sie Jüd:innen waren. Die Novemberpogrome markieren den Beginn des Übergangs von der Diskriminierung zur systematischen Vernichtung. Dieses grausame Kapitel mahnt uns, wohin Menschenverachtung, Hetze und Demokratiefeindlichkeit führen können.

Gerade in Zeiten wachsender sozialer Spaltung, nationalistischer Rhetorik und einer gefährlich salonfähig gewordenen Intoleranz ist es unsere gemeinsame Pflicht, entschieden gegenzuhalten. Erinnern allein genügt nicht – aus der Geschichte folgt der Auftrag, zu handeln.

Als FSG-younion – die sozialdemokratische Fraktion in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft – stehen wir für die Werte, die das Fundament einer stabilen Demokratie bilden: Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und der Schutz der Menschenwürde. Eine starke, funktionierende Demokratie braucht soziale Sicherheit und qualitativ hochwertige öffentliche Dienste, die allen Menschen offenstehen – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status.

Diese Daseinsvorsorge ist das Rückgrat einer solidarischen Gesellschaft. Sie garantiert Freiheit von Not, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und stärkt das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen. Wer Demokratie will, muss soziale Demokratie leben – in Schulen, Spitälern, Pflegeeinrichtungen, im öffentlichen Verkehr und in der Kultur u.a. - den systemrelvanten Infrastrukturen.

Wir als FSG-younion bekennen daher ganz klar: Erinnern heißt Verantwortung übernehmen – für eine demokratische, solidarische und menschliche Zukunft.

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YOUNG younion: Sarah Popernitsch erste Frau an der Spitze der Jugendabteilung

Mit 1. September übernimmt Sarah Popernitsch den Vorsitz der Jugendabteilung der younion _ Die Daseinsgewerkschaft. Damit tritt erstmals in der Geschichte der Organisation eine Frau an die Spitze der YOUNG younion. Als neue Bundesjugendvorsitzende setzt sie sich für die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Anliegen junger Arbeitnehmer:innen ebenso ein wie für deren Freizeitinteressen.

„Es ist mir eine große Ehre und Verantwortung, diese Aufgabe zu übernehmen. Junge Menschen erwarten zu Recht, dass wir für ihre Anliegen laut und klar eintreten. Mein Ziel ist es, dass die YOUNG younion die starke Stimme der Jugend bleibt und dabei noch sichtbarer und weiblicher wird“, betont Popernitsch.

Für ihre erste Amtszeit setzt sie drei klare Schwerpunkte:

  1. Faire Arbeitsbedingungen – vom Praktikum bis zum Berufseinstieg.

  2. Mehr Mitbestimmung und Beteiligung – die Jugend soll nicht nur gehört, sondern aktiv eingebunden werden.

  3. Gleichstellung und Vielfalt – die younion als Ort, an dem alle Jugendlichen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Ausbildungsperspektive vertreten sind.

Popernitsch ist seit Jahren in der Gewerkschaftsbewegung aktiv. Ihren Weg begann sie 2020 als Lehrling für Verwaltungsassistenz bei der Stadt Wien, wo sie früh als Vorsitzende der Hauptgruppe 1 Jugend Verantwortung übernommen hat. Über Stationen in der Bewegung wurde sie Bundes- und Wiener Landesjugendreferentin der younion _ Die Daseinsgewerkschaft und hat seither an vielen Projekten mitgearbeitet. Als Vorsitzende der YOUNG younion setzt sie ihre konsequente Arbeit für die Anliegen junger Arbeitnehmer:innen nun auf höchster Ebene fort.

„Ein herzliches Danke an meinen Vorgänger Richard Tiefenbacher. Für seinen Einsatz, seine Ideen und seine Leidenschaft. Er hinterlässt große Fußstapfen, in die ich nun hineinwachsen darf. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich diesen Weg weitergehen und eigene Akzente setzen – mit Zuversicht und Freude auf das, was kommt“.

Die Gewerkschaft ist für Popernitsch mehr als eine Organisation. „Sie ist eine Gemeinschaft, die zusammenhält und für Gerechtigkeit kämpft. Mein Anliegen ist, dass junge Menschen diesen Wert spüren und stolz sind, Teil davon zu sein“.

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Marterbauer denkt Preiseingriffe bei Lebensmitteln an

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat in den „Salzburger Nachrichten“ mit Blick auf die Wirtschaftslage gestern auf die Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen hingewiesen, um die Teuerung wieder in den Griff zu bekommen.

Dazu könnten laut dem Finanzminister auch Preiseingriffe bei den Nahrungsmittelpreisen zählen, wie er mit Verweis auf die hohe Inflation – der Abstand zur Euro-Zone beträgt 1,5 Prozentpunkte – sowie auf die steigende Arbeitslosigkeit sagte. Die Inflationsrate lag im Juli laut letzter Schnellschätzung der Statistik Austria bei 3,5 Prozent.

Die Teuerungskrise hätten jene Länder am erfolgreichsten bewältigt, die – wie etwa Spanien – in Preise eingegriffen haben, merkte der Finanzminister an. „Wir haben massive Probleme, zum einen bei Gastronomie und Beherbergung, einem Sektor, der irrsinnig subventioniert wurde in der Covid-Krise. Wir haben Probleme bei Energiepreisen“, so Marterbauer.

Inflationstreiber Mieten und Energie

Gemeinsam mit den Koalitionspartnern ÖVP und NEOS habe man sich auf Mietpreiseingriffe einigen können, die zwei Millionen Menschen zugutekommen, so Marterbauer. „Wir werden zusammen mit der Reparatur der Wertsicherung und mit Fragen der Befristung im Herbst den nächsten Schritt machen – auch bei Wohnungen, die eigentlich freie Mietpreisgestaltungen haben.“ Bei den Energiepreisen werde diskutiert, wie diese gesenkt werden können. Abgesehen davon gebe es beim Strom einen Sozialtarif für die unteren Einkommensgruppen.

Zuletzt seien jedoch die Nahrungsmittelpreise stark gestiegen. „Die unteren Einkommensgruppen geben die Hälfte für Wohnen, Haushaltsenergie und Nahrungsmittel aus“, sagte Marterbauer. „Da dürfen die Preise nicht in diesem Ausmaß steigen, sonst müssen wir überlegen, wie wir eingreifen. Ich sage jetzt nicht, dass ich das Modell für die Nahrungsmittelpreise schon konkret im Kopf hätte, aber wir werden darüber diskutieren müssen.“

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FSG zu ÖVP: Leistung muss sich lohnen

Muchitsch: Beginnen wir mit der Bezahlung von unbezahlten Mehr- und Überstunden

Wer derzeit ein Comeback von Leistung fordert, sollte zuerst hinschauen, wer in Österreich schon längst weit mehr leistet, als er oder sie muss. „Wer mehr Leistung will, muss sie auch bezahlen. Beginnen wir damit, dass 42 Millionen unbezahlte Mehr- und Überstunden den Beschäftigten endlich bezahlt werden“, fordert Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) im ÖGB. Denn so viele Mehr- und Überstunden haben die Beschäftigten im Vorjahr geleistet, ohne von ihren Arbeitgebern einen einzigen Cent dafür erhalten zu haben.

Besonders betroffen von unbezahlter Arbeit sind Frauen. Fast jede dritte Überstunde von Frauen bleibt ohne Bezahlung oder Ausgleich. Auch bei Männern ist fast jede vierte Überstunde unbezahlt. Im letzten Jahr sind ihnen dadurch über 2,3 Milliarden Euro brutto an Einkommen entgangen. Dieses Geld fehlt nicht nur auf den Konten der Menschen, sondern auch im Staatshaushalt. Es gehen dadurch Sozialabgaben und Steuern verloren – in einer Zeit, in der es überall an Geld für Pflege, Bildung und Gesundheit fehlt.

„Teilzeitbeschäftigte brauchen mehr Unterstützung und nicht mehr Druck“

Österreich hat eine der höchsten Teilzeitquoten in Europa. Über 50 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit. Aber nicht, weil sie das unbedingt wollen, sondern weil sie oft keine Wahl haben. Es fehlen nach wie vor ausreichend Kinderbetreuungsangebote. Und viele Jobs – etwa im Handel oder im Pflegebereich – werden nur in Teilzeit angeboten.

„Es bringt niemandem etwas, wenn wir Teilzeitbeschäftigung schlechtreden. Viele kämpfen mit weniger Geld, mit geringeren Pensionsansprüchen und einer schlechteren sozialen Absicherung. Teilzeitbeschäftigte brauchen mehr Unterstützung und nicht mehr Druck“, fordert Muchitsch abschließend.

 

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ÖGB: Lohnabschlüsse unter Inflation belasten Budget

Forderungen nach Lohnabschlüssen unter der Inflationsrate oder einer Nulllohnrunde hat die Gewerkschaft erneut eine Abfuhr erteilt – und das mit den negativen Folgen für das Staatsbudget begründet. Dem Budget wären im Vorjahr bei einer Nulllohnrunde rund 4,11 Milliarden Euro an Lohn- und Mehrwertsteuereinnahmen entgangen, berechnete der ÖGB.

Allerdings hätte sich der Staat bei den Gehältern der Beamtinnen und Beamten sowie der Vertragsbediensteten 2,47 Milliarden Euro gespart, merkte der ÖGB in einer Aussendung an. Unter dem Strich hätte der Staat noch immer einen negativen Effekt von 1,65 Milliarden Euro. Darin seien die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum durch den niedrigen Konsum noch nicht eingerechnet.

Reallöhne binnen fünf Jahren um 1,4 Prozent gestiegen

In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Reallöhne – also um die Inflation bereinigt – um 1,4 Prozent. Eine Lohnzurückhaltung in einem Jahr wirke sich über das ganze Berufsleben aus. Bei einem Bruttomonatsgehalt von 3.500 Euro und einer Nulllohnrunde summiere sich der Lebenseinkommensverlust nach 25 Jahren auf 46.000 Euro, so die ÖGB-Studie.

„Löhne haben eine Doppelfunktion: Sie sind nicht nur Kostenfaktor für die einen, sondern gleichzeitig Einnahmen für die anderen Unternehmen“, merkte ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth an. „Sinkt die Kaufkraft, z. B. durch Abschlüsse unter der Inflationsrate, sinkt der fürs Wirtschaftswachstum notwendige Konsum vor allem in Zeiten hoher Verunsicherung.“

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