Holzleitner startet Kampagne zu Geschlechtergerechtigkeit

Mit einer Kampagne unter dem Titel „Gerecht oder Geschlecht?“ will Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) für mehr Bewusstsein für strukturelle Benachteiligungen von Frauen sorgen.

Mit der Kampagne knüpfe man an eine lange Tradition frauenpolitischer Bewusstseinsarbeit an, sagte Holzleitner heute anlässlich des bevorstehenden Frauentags am Sonntag. Parallel dazu sollen die geplanten gesetzlichen Vorhaben vorangetrieben werden, betonte sie.

Die Frauenministerin verwies auf die Kampagne „Ganze Männer machen halbe-halbe“ in den 1990er Jahren unter der damaligen Frauenministerin Helga Konrad oder die Frage von deren Vorgängerin Johanna Dohnal (beide SPÖ): „Fragen Sie die Männer, warum?“

Das seien mehr als PR-Slogans gewesen, nämlich wichtige Denkanstöße, sagte Holzleitner. Frauenpolitik sei immer dann erfolgreich gewesen, wenn sie unbequeme Fragen gestellt habe.

Bewusstseinsarbeit notwendig

Neben Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen wie mit dem beschlossenen Nationalen Aktionsplan sei auch Bewusstseinsarbeit notwendig. Denn Sicherheit sei nicht nur die Abwesenheit von Gewalt, ökonomische Unabhängigkeit sei zudem die Basis für ein freies und selbstbestimmtes Leben.

In der Kampagne sollen daher anhand von plakativen Alltagsfragen bestehende Ungleichheiten thematisiert werden. Etwa dass Frauen immer noch 17,6 Prozent weniger verdienen als Männer, obwohl sie bestens qualifiziert seien und mehr Stunden täglich – viele davon unbezahlt – arbeiten.

Zudem wurde der 2011 ins Leben gerufene Gehaltsrechner aktualisiert. Parallel arbeite man weiter an gesetzlichen Vorhaben, so Holzleitner. Die Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie soll bis zum Sommer im Parlament beschlossen werden. Bis Mitte des Jahres soll außerdem der Unterstützungsfonds für Alleinerziehende auf den Weg gebracht werden. Zudem sollen die Gendermedizin ausgebaut und das Sexualstrafrecht weiterentwickelt und verschärft werden.

 

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