Die SPÖ will angesichts der Pläne für eine Erweiterung des in Bau befindlichen Google-Rechenzentrums in Kronstorf in Oberösterreich das UVP-Gesetz überarbeiten. Rechenzentren seien keine Vorhabenskategorie im UVP-Gesetz, und da das Projekt die UVP-Schwellenwerte nicht erreiche, sei es nicht UVP-pflichtig, kritisierte SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr nun.
Sie will das Thema daher in die aktuell laufenden Verhandlungen über die Novelle des UVP-Gesetzes einbringen. „Rechenzentren sind für Wirtschaft, Forschung und Digitalisierung wichtig“, so Herr. „Das darf aber nicht bedeuten, dass bei den Auswirkungen auf die Umwelt einfach weggeschaut wird.“
Sie verwies darauf, dass das Rechenzentrum laut Austrian Power Grid ungefähr so viel Strom verbrauchen werde wie rund 900.000 Haushalte zusammen; Oberösterreich zählt rund 676.000. Täglich könnten rund 5,8 Millionen Liter 30 Grad warmes Wasser in die Enns geleitet werden, sieht sie große Auswirkungen auf Umwelt, Boden-, Strom- und Wasserverbrauch.
Erste Etappe noch in Bau
Ende April war der Spatenstich für das Datencenter in Kronstorf gesetzt worden. Die Maximalkapazität für den Strombedarf betrage 150 Megawatt, hieß es damals. Nun wurden aber weitere Pläne eingereicht, die das gesamte 50-Hektar-Areal umfassen und den Standort zu einem der größten innerhalb des Konzerns machen sollen. Ein etwaiger Endausbau hätte eine Maximalkapazität von 500 Megawatt, hieß es von Google.
Der Jahresverbrauch an Strom dürfte im Endausbau bei rund 1,5 bis zwei Terawattstunden liegen – zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Oberösterreichischem Energiebericht 14 TWh. Die „Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ rief für Nachmittag zu einer Kundgebung an der Baustelle auf.
Die Auswirkungen der Teuerung haben sich seit 2024 für junge Menschen verfestigt. Wie der am Dienstag präsentierte zweite Jugendmonitor der Arbeiterkammer Wien (AK) zeigt, gibt es auch weiterhin große Unterschiede zwischen dem obersten und untersten Einkommensdrittel.
Demnach sind vor allem Zufriedenheit, Zuversicht und Ausbildungschancen abhängig von der finanziellen Situation der 16- bis 29-Jährigen. Fast die Hälfte der 1.500 Befragten muss etwa beim Einkauf sparen. Das Umfrageinstitut Foresight erhob zwischen Februar und März im Auftrag der AK zum zweiten Mal die Lebenssituation der 1,4 Millionen jungen Menschen mit Wohnsitz in Österreich. Gemäß der repräsentativen Studie können 30 Prozent „gut leben“. Für die mittleren vierzig Prozent reicht das Geld zum Leben aus, für die untersten 30 Prozent nicht.
Gravierende Lücke bei Bildungschancen
Während sich mit ihrem Leben insgesamt rund drei Viertel der Befragten zufrieden zeigten, bewertete nur die Hälfte ihre finanzielle Situation als zufriedenstellend. Fast jeder Zweite sparte in den letzten zwölf Monaten beim Einkauf (47 Prozent) und beim Urlaub (44 Prozent), vier von zehn Befragten brauchten ihre Ersparnisse auf. Rund ein Drittel schränkte sich beim Fortgehen ein, arbeitete mehr oder konnte sich das Freizeitangebot nicht leisten. Ihr Bankkonto überzogen 18 Prozent.
Besonders beim Thema Bildung klafft die Lücke zwischen dem untersten und obersten Drittel auseinander. Aufgrund ihrer finanziellen Situation konnten 44 Prozent der ärmsten jungen Menschen ihre Aus- oder Weiterbildung nicht beginnen oder mussten sie sogar abbrechen. Dagegen betrafen Einschnitte bei der Bildung über alle Gruppen hinweg nur durchschnittlich 19 Prozent der Befragten, unter den Reichsten gar nur zwei Prozent.
Auch bei der Zuversicht gibt es je nach Einkommen große Unterschiede. Während nur 38 Prozent des untersten Drittels ihrer persönlichen Zukunft optimistisch entgegenblicken, sind es im obersten Drittel ganze 82 Prozent. Durchschnittlich vertreten zwei Drittel eine optimistische Haltung. Deutlich negativer schätzen die jungen Österreicherinnen und Österreicher die Zukunft des Landes ein: Nur 56 Prozent der obersten und 24 Prozent der untersten Schicht sind hier positiv gestimmt.
Vor allem Faktoren wie sozialer Rückhalt und stabile Rahmenbedingungen, etwa ein funktionierender Sozialstaat, stimmen die Befragten grundsätzlich zuversichtlich. Im Gegensatz dazu bereiten die finanzielle Situation und fehlende berufliche Perspektiven fast jedem Zweiten Sorgen. Studienautorin Martina Zandonella zufolge sind aus dem unteren Drittel am ehesten noch jene Menschen optimistisch eingestellt, die berufliche Perspektiven für sich selbst erkennen. Beim obersten Drittel ist vor allem das soziale Umfeld ausschlaggebend.
Junge wollen mehr gesellschaftliche Teilhabe
Zandonella sieht zwischen der allgemeinen Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und finanziellen Möglichkeiten „den bei weitem stärksten Zusammenhang“. Weniger Einfluss als Geld hätten Geschlecht, Wohnort oder Migrationshintergrund.
Außerdem sei aus demokratiepolitischer Sicht bemerkenswert, dass sich in den letzten 20 Jahren der Anteil der Jungen ohne österreichische Staatsbürgerschaft und Wahlrecht österreichweit auf 27 Prozent verdoppelt habe. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, junge Menschen würden sich nicht an der Gesellschaft beteiligen wollen, gaben 72 Prozent an, sich mehr Beteiligungsmöglichkeiten zu wünschen. Rund die Hälfte der Befragten ist bereits in Vereinen oder Interessenvertretungen aktiv.
Plädoyers für arbeitsmarkt- und wohnpolitische Maßnahmen
Angesichts der Studienergebnisse forderte Ilkim Erdost, Bereichsleiterin für Bildung der AK Wien, einen Fokus auf Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wohnpolitik. Die seit April geltende Mietpreisbremse sei „ein erster Schritt“, sie plädiere aber für ein einheitliches Mietrecht, um auch den privaten Wohnungsmarkt entsprechend zu regulieren und Befristungen abzuschaffen.
Die stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, Laura Zandonella, appellierte an Politik und Unternehmen, für Maßnahmen zur Schaffung von fair bezahlten Lehrstellen, leistbarem Wohnraum und systematischer Einbeziehung junger Menschen zu sorgen.
Besorgt zeigte sich die Volkshilfe über die Studienergebnisse und forderte erneut eine Kindergrundsicherung. „Zuversicht darf keine soziale Frage sein“, so Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger in einer Aussendung. Von einem „politischen Auftrag“ sprach auch SPÖ-Jugendsprecher Paul Stich und verwies auf die von der Regierung bereits gesetzten Maßnahmen gegen die Teuerung – Mietpreisbremse, Stromsozialtarif und Spritpreisbremse. Auch die FPÖ sprach von „erschütternden Ergebnissen“, die eine direkte Folge einer verantwortungslosen Schuldenpolitik der Regierung seien.
FSG-younion begrüßt die angekündigte gesetzliche Verankerung des Pflegebonus und fordert eine langfristige Absicherung für alle Beschäftigten, die tagtäglich Verantwortung für Menschen übernehmen.
Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft (FSG-younion) begrüßt die Ankündigung von Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann, den Pflegebonus künftig gesetzlich abzusichern. Dieser Schritt ist ein wichtiges Zeichen der Anerkennung, der Verlässlichkeit und des Respekts gegenüber den rund 180.000 Beschäftigten in Pflege und Betreuung, die tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die öffentliche Daseinsvorsorge leisten.
Die Ereignisse des vergangenen Jahres haben deutlich gezeigt, wie rasch wichtige Verbesserungen für Beschäftigte wieder zur politischen Verhandlungsmasse werden können. Die breite Solidaritätsbewegung rund um den Erhalt des Pflegebonus in Salzburg hat eindrucksvoll bewiesen, dass Beschäftigte, Gewerkschaften und die Bevölkerung gemeinsam erfolgreich für faire Arbeitsbedingungen eintreten.
„Die gesetzliche Verankerung des Pflegebonus ist ein klares Bekenntnis zu jenen Menschen, die täglich für Pflege, Betreuung und Menschlichkeit im Einsatz stehen. Wer Verantwortung für andere übernimmt, muss sich darauf verlassen können, dass auch politische Zusagen verlässlich eingehalten werden“, betont FSG-younion Bundesgeschäftsführer Erich Kniezanrek.
Für uns ist die Absicherung des Pflegebonus mehr als eine finanzielle Maßnahme. Sie ist Ausdruck jener Werte, für die die Gewerkschaftsbewegung seit jeher eintritt: Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Wertschätzung guter Arbeit und der Schutz qualitativ hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen. Gerade in Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels braucht es konkrete Maßnahmen, die Gesundheits- und Pflegeberufe attraktiver machen und bestehende Beschäftigte im Beruf halten.
Für uns ist klar, dass eine leistungsfähige Pflege und Gesundheitsversorgung eine zentrale Säule des österreichischen Sozialstaates und der öffentlichen Daseinsvorsorge darstellt. Gute Pflege braucht gut ausgebildete, motivierte und fair bezahlte Beschäftigte. Deshalb ist die gesetzliche Absicherung des Pflegebonus ein Schritt in die richtige Richtung, dem weitere Maßnahmen folgen müssen.
„Pflege ist keine Kostenfrage, sondern eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Beschäftigten haben sich diese Anerkennung durch ihren unermüdlichen Einsatz verdient. Die gesetzliche Absicherung schafft Sicherheit und stärkt das Vertrauen in politische Entscheidungen“, so Kniezanrek bekräftigend.
Gleichzeitig halten wir fest, dass die Finanzierung des Pflegebonus derzeit im Rahmen des Finanzausgleichs bis Ende 2028 vorgesehen ist. Schon heute müsse darüber nachgedacht werden, wie eine dauerhafte Absicherung darüber hinaus sichergestellt werden kann. Die Beschäftigten brauchen langfristige Perspektiven statt befristeter Lösungen.
Wir fordern daher weiterhin Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im gesamten Gesundheits- und Pflegebereich. Dazu zählen ausreichende Personalressourcen, gesundheitsfördernde Arbeitszeiten, faire Entlohnung sowie attraktive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Die angekündigte gesetzliche Verankerung des Pflegebonus ist ein wichtiger Erfolg und ein deutliches Signal, dass die Leistungen der Beschäftigten anerkannt und abgesichert werden müssen – heute, morgen und in Zukunft.
Stress, Depression, Burnout: Das ganze Jahr über gibt es niederschwellige Beratung. Doch Männer suchen selten Hilfe. Hier will der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) mit seinem „Chancen Nutzen Büro“ mehr Bewusstsein für mentale Belastungen schaffen.
Zu viel Arbeit, Stress in der Beziehung, Geldsorgen: Gerade Männer reden oft erst sehr spät über psychische Belastungen, manchmal gar nicht. Dabei gibt es Angebote wie etwa das ÖGB Chancen Nutzen Büro. Es bietet österreichweit kostenlose Workshops, Beratungen und Coachings in Betrieben an. Ziel ist es, Warnsignale früh zu erkennen.
Das Programm richtet sich besonders an Männer, da hier die Suizidraten besonders hoch sind. „Wir hatten im Jahr 2024 1.219 Suizidopfer und 80 Prozent davon sind Männer“, erklärte Manuela Scheffel, stellvertretende Leiterin des Programms.
Hilfe bei individuellen Problemen
Stress äußert sich in vielen Formen, wie Wut oder Alkoholkonsum bei Männern. Scheffel berichtet aus ihren Erfahrungen in Beratungen, dass soziale Isolation ebenfalls eine Rolle spielt. Ein Burnout kommt schleichend, wie auch Werner Müller nach 29 Jahren als Automatisierungstechniker erleben musste.
Man will es „nicht wahrhaben. Und irgendwann ist es dann zu körperlichen Symptomen gekommen, zu Angstzuständen, wo es dann nicht mehr zu ignorieren und nicht mehr zu übersehen war“, erinnert er sich. Er nahm damals das Angebot einer kostenlosen Beratung über das Projekt „Chancen Nutzen Büro“ wahr. Heute arbeitet er als Kunsttherapeut und ist wieder mit sich im Reinen.
Netzwerk bietet Hilfe
Niemand würde sich einen Arm selber schienen, niemand würde sich selbst eine Medikation verschreiben. Sobald es ins Psychische, ins Seelische geht, wollen viele Menschen immer alles selbst schaffen. Das sei schade, denn es gebe Menschen mit guten Ausbildungen, die dabei begleiten, die eigenen Lösungen zu finden, wie Scheffel betonte.
Menschen, die im Chancen Nutzen Büro Hilfe suchen, finden ein breites Netzwerk vor, in dem auch Betriebsräte, Ärzte und Personalverantwortliche sitzen. Diese laden das Team regelmäßig ein, um Workshops zu Stress und Burnout durchzuführen. Wichtig dabei ist auch die Möglichkeit von Einzelcoachings, wo vor allem Männer, natürlich aber auch Frauen, über mentale, psychische und physische Gesundheit sprechen können. Angebote, die Betroffenen und Betrieben kostenlos zur Verfügung stehen.
Die FPÖ gerät wegen der Involvierung von einstigen Mitarbeitern in gerichtsanhängige Vorfälle zunehmend unter Druck. War es zuerst der Überfall auf einen Taxifahrer in Leoben, der auch einen einstigen parlamentarischen Mitarbeiter betrifft, gerät nun ein weiterer Vorfall in den Fokus: eine Gewaltattacke vor dem Parlament.
Dabei soll ein weiterer Ex-Mitarbeiter eines freiheitlichen Mandatars zumindest anwesend gewesen sein. ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne übten gestern Kritik.
Übergriff auf Passanten vor Parlament
Auslöser der neuerlichen politischen Aufregung war ein Video, das laut der Plattform „Stoppt die Rechten“ auch ein Mitglied der rechtsextremen Identitären zeigt, der an dem Vorfall in Leoben beteiligt gewesen sein soll.
Der gefilmte Übergriff auf einen Passanten soll sich im September 2025 vor dem Parlament zugetragen haben. Auf dem Video zu sehen ist auch jener Mann, der zu diesem Zeitpunkt parlamentarischer Mitarbeiter eines blauen Abgeordneten gewesen ist. An dem Gewaltakt selbst dürfte der Mann nicht beteiligt gewesen sein.
FPÖ: „Nicht mehr für Mandatar tätig“
Vonseiten der FPÖ hieß es gegenüber der ORF-ZIB, zwar seien der Vorfall vor dem Parlament und das Video nicht bekannt, der entsprechende Mitarbeiter sei aber nicht mehr für den Abgeordneten tätig. Ihm soll strafrechtlich nichts vorgeworfen worden sein.
Über die rechtlichen Konsequenzen gegen die mutmaßlichen Gewalttäter herrscht noch Unklarheit. Dem Vernehmen nach könnte die Causa bereits diversionell erledigt sein, gesichert ist das noch nicht. Eine Bestätigung der Staatsanwaltschaft Wien dafür blieb vorerst aus.
„Brandgefährliche Verflechtungen“
Die neuerliche Trennung der FPÖ von einem parlamentarischen Mitarbeiter mit Identitären-Hintergrund reihe sich in eine Serie an „höchst problematischen Vorfällen im parlamentarischen Umfeld der Freiheitlichen ein“, kritisierte ÖVP-Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl.
Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim zeigt das Bekanntwerden der Vorfälle, „wie brandgefährlich die engen Verflechtungen zwischen der FPÖ und den rechtsextremen Identitären sind“.
Überprüfung von Mitarbeitern gefordert
NEOS-Klubobmann Yannick Shetty forderte erneut, dass die FPÖ ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Parlament einer Sicherheitsüberprüfung unterzieht.
Der Rechtsextremismussprecher der Grünen, Lukas Hammer, kritisierte in diesem Zusammenhang auch Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ). Es müsse möglich sein, den Nationalratspräsidenten abwählen zu können.
Der Ministerrat hat eine Neuregelung von Familienleistungen für Vertriebene aus der Ukraine und subsidiär Schutzberechtigte an das Parlament geschickt, obwohl die Begutachtung dafür noch läuft.
Die eingebrachten Stellungnahmen sollen im Rahmen des weiteren parlamentarischen Verfahrens im Herbst berücksichtigt werden, hieß es in dem Beschluss von heute. Konkret sieht die Regierungsvorlage vor, dass man Familienbeihilfe nur noch lukrieren kann, wenn man nicht in der Grundversorgung ist.
Alte Regelung im Juni abgelaufen
Grund für die Eile dürfte sein, dass die alte, erst vergangenen Oktober etablierte Regelung bereits mit 30. Juni ausgelaufen ist. Das neue Regulativ soll rückwirkend mit Anfang Juli gelten, Anträge können schon jetzt gestellt werden.
Mit dem Entwurf erwartet sich die Bundesregierung, dass ein Anreiz für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unter Bezieherinnen und Beziehern der Grundversorgung mit einem Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt (subsidiär Schutzberechtigte, Ukraine-Vertriebene) geschaffen wird, heißt es in den Erläuterungen. Bisher galt nur, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss.
Das Ende des Doppelbezugs betrifft nicht nur Vertriebene aus der Ukraine, sondern grundsätzlich Personen, die sich in der Grundversorgung befinden. Für subsidiär Schutzberechtigte erfolgt zudem eine gesetzliche Anpassung beim Kinderbetreuungsgeld.
Für diese Personengruppe entfällt für den Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld das Zusatzerfordernis der Erwerbstätigkeit.
Mehr Geld für Menschen mit Behinderung
Ebenfalls dem Nationalrat zugeleitet wurde eine Novelle zum Behinderteneinstellungsgesetz. Dabei geht es um zusätzliche Mittel zum Ausgleichstaxfonds (ATF), mit dem Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung finanziert werden. Vorgesehen sind 65 Mio. Euro im Jahr 2026, in den Folgejahren 45,1 und 24,4 und ab 2029 dann 14,8 Mio. Euro.
Der Nationalrat hat gestern mit den Stimmen der Koalition zwei neue Schulfächer etabliert. Künftig soll es auch die Gegenstände „Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und künstliche Intelligenz“ geben.
Scharfe Kritik kam von der Opposition. Angesichts der möglichen Kürzung von Latein sah FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl eine staatlich verordnete Nivellierung nach unten. Die grüne Klubvize Sigrid Maurer vermisste klare Regeln.
Vorerst ist tatsächlich noch einiges unklar, nur der Umfang der neuen Fächer ist klar. Für „Medien und Demokratie“ sind zwei Wochenstunden vorgesehen, für die um KI erweiterte Informatik eine.
Autonomie bleibt erhalten
Grundsätzlich sollten zwei dieser Stunden auf Kosten der zweiten lebenden Fremdsprache bzw. Latein gehen. Allerdings kann man diese Fächer schulautonom auch im bisherigen Ausmaß beibehalten.
ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti sprach von einem „sehr guten Kompromiss“, schätze er doch die zwei neuen Fächer, aber auch, dass man die zweite Fremdsprache nicht automatisch kürzt. Auch Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) lobte die Schulautonomie, diese werde mit der Reform sogar gestärkt. Wenn der Standort das wolle, könne man in Zukunft auch Altgriechisch und Latein stärken.
Besitzer:innen von Kraftfahrzeugen müssen künftig seltener zur „Pickerl“-Kontrolle. Der Nationalrat hat gestern gegen die Stimmen der Grünen eine deutliche Ausdehnung der Prüfintervalle beschlossen. Erstmals nach der Zulassung muss man sich nunmehr nach vier statt wie bisher nach drei Jahren um ein neues „Pickerl“ bemühen.
Für das „Pickerl“ galt bisher, dass man erstmals nach der Zulassung nach drei Jahren zur Überprüfung muss, dann wieder nach zwei Jahren und danach jährlich. Nun werden die Intervalle ausgedehnt auf 4:2:2:1. Somit muss man erst nach acht Jahren jährlich prüfen lassen statt wie aktuell nach fünf.
Grüne fürchten um Verkehrssicherheit
Skeptisch sah die Neuregelung die Grünen-Abgeordnete Elisabeth Götze. Sie befürchtet, dass durch die längeren Intervalle sicherheitsrelevante Mängel zu spät erkannt würden. Schließlich weise nach drei Jahren fast ein Fünftel der Fahrzeuge schwere Mängel auf.
Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) sieht hingegen eine Entlastung für Bürger:innen, ohne Abstriche bei der Verkehrssicherheit zu machen. Hunderttausende Menschen würden entlastet, freute sich NEOS-Mandatar Janos Juvan. Für den freiheitlichen Abgeordneten Christofer Ranzmaier stellt sich nur die Frage, warum man solch eine Novelle nicht früher umgesetzt habe.
Nach dem Landtagsbeschluss über die neuen Regeln bei der Vergabe von Gemeinde- und geförderten Wohnungen liegt nun auch das dafür entwickelte Punktesystem vor. Lebenslagen, in denen der Wohnbedarf hoch ist, werden stärker berücksichtigt.
So gibt es dem neuen System zufolge hundert Punkte für Personen mit Wohnbedarf aufgrund häuslicher Gewalt, chronischer Mobilitätseinschränkung oder Pflege zu Hause. Bei drohendem Wohnungsverlust oder Alleinerzieherinnen bzw. Alleinerziehern sind es bis zu 80 Punkte; bei Bewerbern, die in einer sozialen Einrichtung leben, 75 Punkte. Weitere Kategorien sind etwa „Lange Wartezeit“, „Jungwiener*in“, „Wohnkosten“ und „Schwangerschaft“.
Die Punktewerte wurden gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt, hieß es in einer Aussendung der Stadt Wien. Das System soll demnach „die unterschiedlichen Lebenssituationen der Wohnungssuchenden berücksichtigen. Wer mehr Unterstützung benötigt, erhält auch mehr Punkte.“ Die Bonuspunkte werden mit entsprechenden Nachweisen errechnet und bestimmen dann die Reihung bei der Vergabe der Wohnungen.
Registrierung ab 14. Juli
Der Beginn für die Wohnungssuche ist das Wiener Wohn-Ticket. Es kann über den Login-Bereichder Wohnberatung Wien beantragt werden. Künftig gibt es nur noch ein Wiener Wohn-Ticket, mit dem man sich vormerken lassen kann. Es gilt für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen.
Die Vorabregistrierung im neuen System ist ab 14. Juli möglich, die Wohnungsvergabe nach dem neuen System startet am 22. September 2026. Gleichzeitig gilt eine Übergangsphase: Besitzerinnen und Besitzer eines bestehenden Wiener Wohntickets können noch bis Herbst wie gewohnt nach Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen suchen. Danach erfolgt die Vergabe ausschließlich über das neue System.
Neues System soll mehr Transparenz bieten
„Die Wohnungsvergabe NEU sorgt dafür, dass leistbarer Wohnraum künftig noch gezielter dort ankommt, wo er am dringendsten gebraucht wird. Es freut mich, dass dieser Weg auch im Wiener Landtag breite Zustimmung gefunden hat – die Unterstützung der ÖVP und der Grünen bestätigt uns in diesem wichtigen Reformschritt“, wurde Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) in der Aussendung zitiert.
„Durch die Kombination unterschiedlicher, klar nachvollziehbarer Kriterien – wie etwa der gezielten Berücksichtigung von Alleinerziehenden oder Menschen in Aus- und Weiterbildung – schaffen wir ein faires und flexibles Vergabesystem, das Transparenz und Treffsicherheit bietet“, so NEOS-Klubobfrau Selma Arapovic.
Arbeitswelteninsel mit FSG-younion Bühne powered by BAWAG-VÖS als Treffpunkt für Arbeitnehmer:innen, Kunst, Kultur und gelebte Demokratie
Mit mehreren Millionen Besucher:innen ist das Donauinselfest das größte Open-Air-Festival Europas und ein einzigartiges Beispiel dafür, wie kulturelle Vielfalt, Gemeinschaft und demokratischer Zusammenhalt gelebt werden können. Die FSG-younion Bühne powered by BAWAG-VÖS auf der Arbeitswelteninsel leistet dazu auch 2026 einen wichtigen Beitrag und bietet Künstler:innen sowie Nachwuchstalenten eine Bühne, die für Offenheit, Kreativität und gesellschaftlichen Dialog steht.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen sind Kunst und Kultur weit mehr als Unterhaltung. Sie schaffen Begegnungen, fördern Verständnis, stärken den Zusammenhalt und laden zum Dialog ein. Das Donauinselfest zeigt eindrucksvoll, dass gelebte Solidarität und kulturelle Vielfalt die Grundlage einer offenen und demokratischen Gesellschaft bilden.
„Das Donauinselfest zeigt Jahr für Jahr eindrucksvoll, was unsere Gesellschaft ausmacht: Solidarität, Vielfalt und Respekt. Kunst und Kultur sind keine Nebensache, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil eines demokratischen Gemeinwesens. Sie geben Hoffnung, schaffen Identität und bringen Menschen zusammen. Gerade in herausfordernden Zeiten müssen wir jene Werte verteidigen, die unsere Gesellschaft stark machen“, betont Vorsitzender der FSG-younion Christian Meidlinger.
Das Programm der FSG-younion Bühne powered by BAWAG-VÖS spiegelt diese Werte wider. Neben etablierten Künstler:innen erhalten insbesondere aufstrebende Musiker:innen und neue kreative Stimmen die Möglichkeit, ihr Können einem breiten Publikum zu präsentieren. Damit reiht sich die Bühne in das vielfältige Festivalprogramm ein, das bewusst Raum für Nachwuchstalente und kulturelle Entfaltung schafft. Die Arbeitswelteninsel wird so zu einem Ort der Begegnung zwischen Arbeitnehmer:innen, Künstler:innen und Besucher:innen aller Generationen.
„Die Arbeitswelteninsel steht für jene Menschen, die tagtäglich unsere Gesellschaft am Laufen halten. Mit dem Programm auf der FSG-younion-Bühne verbinden wir künstlerische Vielfalt, Arbeit und gewerkschaftliche Solidarität. Gerade in einer Zeit der Verunsicherung brauchen wir Orte der Begegnung, an denen Vielfalt sichtbar wird und gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt werden kann. Das Donauinselfest bietet dafür die perfekte Plattform“, erklärt Bundesgeschäftsführer der FSG-younion Erich Kniezanrek.
Die FSG-younion lädt alle Donauinselfest-Gäst:innen herzlich ein, die Arbeitswelteninsel und die FSG-younion Bühne powered by BAWAG-VÖS von heute bis Sonntag, 5. Juli 2026, zu besuchen. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft, für Demokratie, kulturelle Vielfalt und den Wert öffentlicher Daseinsvorsorge – jene Grundpfeiler, die Österreich auch in Zukunft stark machen.