Die SPÖ will angesichts der Pläne für eine Erweiterung des in Bau befindlichen Google-Rechenzentrums in Kronstorf in Oberösterreich das UVP-Gesetz überarbeiten. Rechenzentren seien keine Vorhabenskategorie im UVP-Gesetz, und da das Projekt die UVP-Schwellenwerte nicht erreiche, sei es nicht UVP-pflichtig, kritisierte SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr nun.
Sie will das Thema daher in die aktuell laufenden Verhandlungen über die Novelle des UVP-Gesetzes einbringen. „Rechenzentren sind für Wirtschaft, Forschung und Digitalisierung wichtig“, so Herr. „Das darf aber nicht bedeuten, dass bei den Auswirkungen auf die Umwelt einfach weggeschaut wird.“
Sie verwies darauf, dass das Rechenzentrum laut Austrian Power Grid ungefähr so viel Strom verbrauchen werde wie rund 900.000 Haushalte zusammen; Oberösterreich zählt rund 676.000. Täglich könnten rund 5,8 Millionen Liter 30 Grad warmes Wasser in die Enns geleitet werden, sieht sie große Auswirkungen auf Umwelt, Boden-, Strom- und Wasserverbrauch.
Erste Etappe noch in Bau
Ende April war der Spatenstich für das Datencenter in Kronstorf gesetzt worden. Die Maximalkapazität für den Strombedarf betrage 150 Megawatt, hieß es damals. Nun wurden aber weitere Pläne eingereicht, die das gesamte 50-Hektar-Areal umfassen und den Standort zu einem der größten innerhalb des Konzerns machen sollen. Ein etwaiger Endausbau hätte eine Maximalkapazität von 500 Megawatt, hieß es von Google.
Der Jahresverbrauch an Strom dürfte im Endausbau bei rund 1,5 bis zwei Terawattstunden liegen – zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Oberösterreichischem Energiebericht 14 TWh. Die „Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ rief für Nachmittag zu einer Kundgebung an der Baustelle auf.
